WWW – WasWäreWenn? – Impulse für eine friedvollere und harmonischere Zukunftsgesellschaft - Herbst 2016

Wir haben im NATURSCHECK schon zahlreiche praktische Zukunftsvisionen vorgestellt. In dieser Ausgabe geht es um das Thema „Alles, worauf wir uns konzentrieren, wächst“. Obwohl wir das wissen, befassen uns doch vor allem mit dem, was wir nicht wollen und ziehen es dadurch in unser Leben. Wir „bekämpfen“ Probleme und verstärken sie damit. Wir unterhalten uns bevorzugt über Krankheiten, Kriege und Katastrophen. Und wann immer wir die Zeitung aufschlagen, erscheint uns die Welt wie ein Höllental. Wie wäre es mit einem Perspektivwechsel?!

 

Machen wir eine kleine Übung: Legen Sie dieses Magazin beiseite, setzen Sie sich entspannt auf einen Stuhl, und stellen Sie das Denken ein. Betrachten Sie bewußt und achtsam Ihre nähere Umgebung. Lösen Sie sich völlig von dem, was nicht in Ihrem näheren Umfeld ist. Seien Sie ganz da im Hier und Jetzt. Tun Sie es eine Minute lang. Spüren Sie, wie ein Gefühl von Frieden in Ihnen aufsteigt, wenn Sie „bei sich selbst“ bleiben?

Was würde geschehen, wenn dieser „überschaubare“ Raum die einzige Realität wäre? Wenn Sie ab sofort nur noch in diesem Raum leben würden? Wie würde es sich anfühlen, wenn Sie diesen Raum genau so gestalten könnten, wie Sie es gerne hätten? Wenn diese kleine Welt die einzige Welt wäre, die existiert? Was, wenn Sie selbst der Schöpfer Ihres Universums sind und es gar nicht bemerken, weil Sie ständig in Gedanken in der großen, weiten „Scheinwelt“ weilen?
Was ist die Welt? Worüber berichten die Medien, und natürlich auch die lieben Nachbarn, wenn sie von „der Welt“ sprechen? Wo sind sie, all die Katastrophen, die uns angeblich von morgens bis abends bedrohen und uns – im wahrsten Sinne des Wortes – das Leben zur Hölle machen? Sie existieren nur in unserem Kopf!

Natürlich gibt es tatsächlich Ereignisse auf diesem Planeten, die tragisch, traurig und unschön sind – was bei einer Weltbevölkerung von 7,5 Milliarden Menschen in Hunderten von Ländern und in den unterschiedlichsten Entwicklungs- und Bewußtseinszuständen nicht verwunderlich ist. Jeden Tag sterben 160.000 Menschen. Jeden Tag werden 360.000 Menschen geboren. Und ob die Erde der einzige bewohnte Planet im Universum ist, oder ob dieses Szenario auch noch auf Tausenden oder gar Millionen anderer Planeten stattfindet, wissen wir ebenfalls nicht. Für wieviele Ereignisse können und sollen wir uns gleichzeitig verantwortlich fühlen? Die Medien behaupten: für alle!!!

Was wäre wenn …

… wir endlich erkennen würden, daß dies eine Lüge ist. Die bekannte Autorin Byron Katie erklärt, daß es im Grunde nur drei Arten von Verantwortung gibt: „Meine, Deine und Gottes.“  
Für unser eigenes Leben sind zu 100 % wir selbst verantwortlich. 24 Stunden am Tag und bis ans Ende unseres Erdenlebens. Und damit haben wir mehr als genug zu tun.
Für das Leben anderer Menschen sind zu 100 % die anderen Menschen verantwortlich. Ob wir das wahrhaben wollen oder nicht. Sobald wir das vergessen und uns in das Leben anderer Menschen einmischen, sind wir selbst nicht mehr in unserem eigenen Leben präsent.
Für das große Ganze ist „Gott“ verantwortlich. Ebenfalls zu 100 %. Er hat diese Welt erschaffen mit allen darin enthaltenen Spielregeln. Und weder Sie, noch ich, noch irgendein anderer Mensch kann sich – wie der mythologische Atlas – das Himmelsgewölbe auf seine Schultern legen und es an Seiner statt tragen. Die Verantwortungen und „Kompetenzen“ sind also klar verteilt.

Klingt das banal? Verantwortungslos? Fatalistisch? Das könnte so erscheinen. Aber ist es nicht ebenso wahnsinnig zu glauben, wir könnten den Lauf des großen Geschehens aufhalten, indem wir uns permanent mit den „Problemen der Welt“ befassen und uns emotional mit jeder globalen „Untat“ verbinden? Indem wir uns für alles und jeden „verantwortlich“ fühlen …
Wenn wir Menschen uns so gut und so bewußt als möglich um unser eigenes Leben kümmern, an unserer eigenen Weiterentwicklung arbeiten und immer so handeln, daß wir anderen Menschen keinen Schaden zufügen - und wenn wir dabei noch die Eigenverantwortung unserer Mitmenschen zu 100 %  respektieren - dann werden wir sehr viel freier und auch glücklicher sein. Und vielleicht erkennen wir dabei sogar, daß wir tatsächlich Schöpfer „unseres“ Universums sind. Für das große Universum ist ein anderer zuständig.
 

Alles, worauf wir uns konzentrieren, wächst

Im Juli erschien ein Artikel von Matern Boeselager mit der Überschrift: „Warum die Medien sofort aufhören müßten, über Nizza zu berichten“. Dort hieß es sinngemäß: „Paris, Brüssel, Nizza - die Kette von grausamen Terroranschlägen mitten in Europa scheint nicht abreißen zu wollen. Mittlerweile haben sich Medien, Politiker und Öffentlichkeit eingespielt: Minuten nach dem Anschlag beginnt auf allen Kanälen das Wettrennen um die ersten Bilder, die ersten Berichte von Augenzeugen und Betroffenen, die ersten Beileidsbekundungen von Politikern aus aller Welt.
Und die Öffentlichkeit saugt es auf: Wir alle sitzen gebannt vor unseren Bildschirmen, wir reden über das Ereignis mit jedem, den wir treffen, wir denken darüber nach. In den nächsten paar Tagen werden die Medien weitere Augenzeugenberichte, Debatten, Analysen, Bilder von Blumenkränzen und weinenden Angehörigen verbreiten. Am Ende wird sich auch der Anschlag von Nizza in unser kollektives Gedächtnis gebrannt haben - genau wie Paris, Brüssel und der 11. September.
Diese kollektive Reaktion ist völlig natürlich - aber vielleicht trotzdem völlig falsch. Bei all den Diskussionen darüber, welche Reaktion denn nun die angemessene wäre - mehr Überwachung, Luftschläge gegen den IS oder Al-Qaida, mehr Ursachenbekämpfung - redet fast nie jemand über die naheliegendste Lösung: Warum ignorieren wir den Terror nicht einfach?“

Was vielleicht auf den ersten Blick unvorstellbar oder gar wie eine Beleidigung der Opfer klingt, hat eine viel tiefere Dimension: Alles, worauf wir uns konzentrieren, wächst … und vermehrt sich. Wann immer wir große Kampagnen „gegen“ etwas starten, geben wir ihm damit Energie. Die Probleme werden dadurch nicht etwa kleiner, sondern größer. Wann immer wir unsere Aufmerksamkeit auf etwas Bestimmtes richten, erschaffen wir es damit und halten es am Leben.

Bei sogenannten „Anschlägen“ kommt noch hinzu, daß Attentäter genau das mit ihren Taten bezwecken, was sie von den Medien erhalten: Aufmerksamkeit. Terror funktioniert überhaupt nur, weil wir ihm Aufmerksamkeit schenken. So besteht also eine tiefe Symbiose zwischen dem Terrorismus, den Medien und uns selbst.
 

Was wäre wenn …

… wir zukünftig nicht mehr emotional auf all die „großen Katastrophen“ dieser Welt reagieren? Wenn wir sie lediglich zur Kenntnis nehmen und nicht mehr darüber sagen, als absolut notwendig ist? Wenn wir keine Namen oder Täterfotos mehr veröffentlichen, sondern dem Szenario seine Energie entziehen?
Nach den Anschlägen in Paris hat der Schweizer Moderator Stephan Klapproth diesen Gedanken so formuliert: „Wer uns totschießt, den schweigen wir tot! Die Presse muß ihre Freiheit nicht nur dazu nutzen, über alles zu berichten. Sondern auch dazu, um bei Terroranschlägen eine bewußte „Entdramatisierung“ zu praktizieren. Es geht nicht darum, Gefahren für unsere Gesellschaft zu verschweigen. Es geht darum, sie wirklich unverzerrt darzustellen: Es sterben immer noch viel mehr Menschen bei häuslichen Unfällen als durch terroristische Gewalt. Warum wird sie dann als Gefahr für uns dargestellt?“

Tatsache ist: wenn wir eine positive Veränderung in unserem Leben vollziehen möchten, dann müssen wir vom (medial gesteuerten) negativ Reagierenden zum „positiv Handelnden“ werden. Wir müssen erkennen, daß die negativen Schlagzeilen nur einen verschwindend kleinen Bruchteil der „Realität“ darstellen.
Eine negative, sensationslüsterne Berichterstattung kann keine friedvollere Welt erschaffen. Dasselbe gilt natürlich für uns selbst. Anstatt uns katastrophengeil auf jeden „Schreckens-Event“ zu stürzen und all unseren Freunden und Bekannten darüber zu berichten, nehmen wir ihn einfach zu Kenntnis und … schweigen. Schicken wir stattdessen neutrale Energie in die Richtung, aus der er kam. Sprechen wir nicht mehr über das, was wir in unserem Leben nicht haben wollen. Konzentrieren wir uns auf das Wesentliche: auf die Schönheit und die Vollkommenheit der Welt.

Der Beobachtereffekt

Die Quantenphysik hat uns einen grandiosen Hinweis geliefert, wie Realität entsteht und wie wir sie beeinflussen können. Sie hat erkannt, daß es eine „objektive Realität“ gar nicht gibt, da der „Beobachtereffekt“ überall mitwirkt. Jedes Experiment wird durch den Menschen beeinflußt, der es durchführt oder beobachtet. So wie wir die Welt sehen, so ist bzw. wird sie.
Unsere innere Einstellung ist wie ein Energiekanal, durch welchen höhere Kräfte in die Wirklichkeit fließen. Denken wir „positiv“, beginnen sich die schöpferischen Kräfte positiv auszuwirken. Denken wir „negativ“, bewirken sie das Gegenteil.

In diesem Bild steckt eine tiefe Magie! Je mehr Menschen sich nämlich dazu entscheiden, zu einem höheren Bewußtsein zu erwachen, jeden Widerstand gegen die „Mängel“ der Welt aufzugeben und sie stattdessen durch die Augen der Liebe zu betrachten, desto lichtvoller und schöner wird sie. Jeder Mensch kann dazu betragen durch seine schiere Existenz. Je öfter und je bewußter wir das tun, desto beglückender wird es für uns selbst sein. Und wenn wir die Welt heilen, heilen wir uns selbst.    

Was wäre wenn …

…wir dies von heute an in die Tat umsetzen? Wenn wir nicht mehr nur diskutieren und philosophieren, sondern endlich auch „praktizieren“? Hier eine kleine Übung, die zeigt, wie das gehen könnte:

Schließen Sie die Augen, und atmen Sie tief ein und wieder aus. Konzentrieren Sie sich von innen auf Ihre Augen. Sie sind das Tor zu Ihrer Seele. Sie sind aber auch das Tor hinaus in die Welt.
Die Welt ist das, was Sie in ihr sehen. Mit der Art, wie Sie die Welt betrachten, wird sie sich verändern. 
Lassen Sie die Augen noch geschlossen. Und öffnen Sie Ihr Herz. Spüren Sie, wie aus Ihrem Herzen warme und heilende Energie nach oben fließt - durch Ihre Brust, durch den Hals, bis zu Ihren Augen.
Lassen Sie die Energie in Ihre Augen fließen. Spüren Sie, wie sich Ihre Augen entspannen. Wie sie von der Energie Ihres Herzens gereinigt werden.
Dann atmen Sie einmal tief ein und wieder aus – und öffnen die Augen.

Was sehen Sie? - Sie entscheiden! Sie entscheiden in jedem Augenblick und mit jedem Blick Ihrer Augen, ob Sie mit dem kritischen Verstand oder mit der Weite Ihres Herzens sehen. Sie sind der Beobachter. Sie sind das Bewußtsein, das an der Entwicklung dieser Welt aktiv mitwirkt. So wie Sie die Welt sehen, so ist sie.


Autor: Michael Hoppe

 

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