IM LICHTE DER WAHRHEIT - Oskar Ernst Bernhardt und seine Gralsbotschaft

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lebten in Deutschland zahlreiche spirituelle Lehrer. Rudolf Steiner haben wir die Anthroposophie zu verdanken (Demeter, Walldorfschulen, etc.), Oskar Ernst Bernhardt das sogenannte Gralswissen. In seinem Buch „IM LICHTE DER WAHRHEIT – Gralsbotschaft von Abd-ru-shin“ gibt der in Bischofswerda geborene Schriftsteller einen faszinierenden Einblick in den Aufbau der Schöpfung und den tieferen Sinn unserer Existenz. Und er ruft alle Menschen dazu auf, nur das zu glauben, was wir in uns selbst als wahr empfinden.

 

 

Im 18. und 19. Jahrhundert galt Deutschland noch als das Land der Dichter und Denker. Zahlreiche Philosophen, Künstler und andere Freigeister wirkten an einer Erneuerung der Welt, die sich aus dem konfessionellen und politischen „Gewohnheitsglauben“ heraus und in ein eigenverantwortliches, vollbewußtes Menschentum hineinentwickeln sollte. Das Ziel war das kollektive geistige Erwachen.
Nachdem viele Menschen jahrhundertelang alle Eigenverantwortung abgegeben hatten, – ihre Seele an die Kirchen, ihre Gesundheit an die Wissenschaft und ihre Stimme an sogenannte „Volksvertreter“ – galt es nun, die alten Gewohnheitsketten zu sprengen und endlich wahrhaft Mensch zu sein. Die Aufbruchsstimmung war groß, und überall erhoffte man sich, daß an diesem neuen deutschen Wesen die Welt genesen könnte.

Im Lichte der Wahrheit

Heute wissen wir, daß alles ganz anders gekommen ist. Anstatt dem Rest der Welt „spirituell“ vorauszugehen und den alten Menschen in sich selbst zu überwinden, steht Deutschland als Mahnmal des 20. Jahrhunderts. Selten ist ein berufenes Volk so tief gefallen. Man ist den Ver-„Führern“ gefolgt und hat die Welt in Schutt und Asche gelegt, anstatt sie zu erneuern.
Was jedoch nicht heißen soll, daß die Geschichte hier zu Ende ist. Denn noch immer wirkt das alte Wissen, das berufene Geister zu jener Zeit auf die Erde gebracht haben. Und noch immer geht von Deutschland eine spirituelle Bewegung aus.
Eine Sonderstellung unter diesen spirituellen Werken der jüngeren Vergangenheit hat ganz sicher die „Gralsbotschaft“. Sie entstand in den Jahren 1923 bis 1938 und enthält insgesamt 168 Vorträge, die der Verfasser Oskar Ernst Bernhardt (18.4.1875 – 6.12.1941) unter dem Pseudonym „Abd-ru-shin“ veröffentlicht hat. Er beschreibt darin in klaren und lückenlosen Bildern den Aufbau der Schöpfung bis hinauf in für den Menschengeist unerreichbare Sphären. Woher er dieses Wissen hatte, daran scheiden sich bis heute die Geister.
Lange vor allen modernen Weisheitslehrern wies „Abd-ru-shin“ auf die besondere Macht der Sprache hin, auf die schicksalhafte Wirkung unserer Gedanken und die alles überwindende Kraft der Liebe. Er rief dazu auf, endlich die vollkommenen Natur- und Schöpfungsgesetze zur Grundlage unseres Erdenlebens zu machen und damit eine friedlichere Welt zu erschaffen. Denn nur, wenn wir uns in die göttlichen Gesetze einfügen, anstatt bewußt oder unbewußt gegen sie zu verstoßen, bleiben wir von unschönen Rückwirkungen verschont.
Im Grunde ist das Erlernen der Schöpfungsgesetze ganz einfach - gibt es doch nur deren drei: 1. Das Gesetz der Wechselwirkung (Karmagesetz), das besagt, daß alles, was wir denken, sprechen oder tun, irgendwann auf uns zurückfällt. Also nichts „zufällig“ geschieht.
2. Das Gesetz der Anziehung der Gleichart (Resonanzgesetz), das uns vermittelt: So wie wir selbst sind, so sehen wir die Welt. Denn sie spiegelt uns unser eigenes innerstes Wesen. Wenn wir also etwas verändern wollen, müssen wir uns selbst ändern. Dann verändert sich alles. Wir selbst sind die Architekten unseres Schicksals.
3. Das Gesetz der Schwere, das uns erleben läßt, wie lichte, gute Gedanken unsere Stimmung heben und unseren Horizont erweitern, während schwere, depressive, negative Gedanken uns niederdrücken, verengen und zu einsamen Massewesen machen, die das Licht nicht mehr sehen. Wir tragen also Himmel und Hölle in uns selbst.
Daß diese einfachen Gesetzmäßigkeiten bis heute noch immer nicht berücksichtigt werden, zeigt das globale Weltgeschehen. Wo handeln wir Menschen so, wie wir selbst behandelt werden möchten? Wo freuen wir uns für unsere Mitmenschen, was mehr Freude in unser eigenes Leben ziehen würde? Wie oft warten wir auf ein „göttliches Wunder“, anstatt selbst die richtigen Samen zu säen? Wie oft reagieren wir negativ und erwarten dennoch ein positives Ergebnis?
Den konditionierten menschlichen Verstand (das Ego) entlarvte Abd-ru-shin als eigentlichen Gegenspieler des Geistes. Der erdgebundene Verstand ist nicht in der Lage, über das Irdische hinauszudenken. Er vergleicht, bewertet und verkleinert und erschafft die Welt nach seinem Ebenbilde neu. Somit sind alle „Verstandesmenschen“ weitestgehend vom geistigen Leben abgeschnitten. Sie glauben nur an das, was sie sehen, und lehnen alles andere ab. Und doch hat jeder Mensch zu jedem Zeitpunkt die Möglichkeit, zu erwachen und sich für das „wahre Leben“ zu öffnen. Es liegt immer an uns selbst.

Der Heilige Gral

Die Gralsbotschaft befaßt sich mit allen Lebensbereichen. Sie zeigt, was den Menschen nach seinem Ableben in jenseitigen Regionen erwartet. Wie wir lernen können, den „Herd unserer Gedanken“ rein zu halten, damit keine destruktiven Ideen mehr in uns aufsteigen. Welche Funktion die wesenhaften Kräfte in der Natur haben. Woher wir selbst stammen, und was die Welt im Innersten zusammenhält.
Den mythologischen „Heiligen Gral“ beschreibt Abd-ru-shin als real existierende Kraftübertragungsstelle, die in höheren Sphären göttliche in geistige Energie umwandelt, um die Schöpfung stets mit neuer Kraft zu versorgen. Auch das in der Gralslegende verklärte „ritterliche Männliche“ und das „edle, reine, priesterliche Weibliche“ wird thematisiert. Und beim Lesen spürt so mancher Wahrheitssucher ein sehnsuchtsvolles Kribbeln, da etwas in uns angerührt wird, das zwar tief verschüttet, jedoch nicht in uns ausgelöscht ist. Egal, wie wahnsinnig die „moderne“ Welt um uns herum sich gerade gebärdet.   
Dazu rückt die Gralsbotschaft das völlig „verkopfte“ Gottesbild wieder zurecht, welches durch den Einfluß der Kirchen und Konfessionen im Laufe der Jahrhunderte entstanden ist. So fragt der Verfasser im ersten Vortrag: „Was sind Konfessionen heute überhaupt? Bindung des freien Menschengeistes, Versklavung des in Euch wohnenden Gottesfunkens; Dogmen, die das Werk des Schöpfers und auch dessen große Liebe einzuengen suchen in von Menschensinn gepreßte Formen, was Herabzerrung des Göttlichen bedeutet, planmäßige Entwertung.“
Abd-ru-shin beschreibt Gott nicht als „Übermenschen“, der sich in alles einmischt und die einen „Gläubigen“ den anderen vorzieht, sondern als wesenlose Urkraft, aus der alles Geschaffene entstanden ist. Mit der Konsequenz: Ein vollkommener Gott mischt sich in seine Schöpfung nicht ein - hat er sie doch vollkommen erschaffen und mit vollkommenen Gesetzmäßigkeiten ausgestattet. Wir sind der Fehler im System! Unsere Aufgabe ist es, diese vollkommenen Gesetze zu erkennen, „die Sprache Gottes endlich verstehen zu lernen“ und zur Grundlage unseres Lebens zu machen. Dann wird aus der aktuellen (vermeintlichen) Erdenhölle ein grandioses Erdenparadies.

Oskar Ernst Bernhardt

Daß die Gralsbotschaft gerade den etablierten Religionen ein Dorn im Auge war und teilweise noch ist, braucht nicht besonders betont zu werden. Auch heute noch halten viele Glaubensdinosaurier dogmatisch an Vorstellungen fest, die so fern aller erlebten Realität sind, daß Leid und Schmerz vorprogrammiert sind. Noch immer predigt man den Unterschied zwischen den Glaubenskonstrukten, anstatt endlich das Gemeinsame in allen Religionen zu erkennen. Noch immer wird das Schwert gepriesen und nicht die Friedenstaube. Noch immer wird der Opfertod über die „frohe Botschaft“ der Befreiung gestellt und das Sühnen und im-Staube-kriechen über die Kunst der Lebensfreude.
Oskar Ernst Bernhardt sah seine Berufung darin, diese alten Vorstellungen und Glaubenssätze aufzulösen – durch die Kraft der Wahrheit. Denn nur die Wahrheit macht uns frei. Und jeder Mensch kann sie in sich selbst spüren, wenn er den Mut hat, sich für sie zu öffnen. 
Überliefert ist über Oskar Ernst Bernhardt, daß er 1875 in Bischofswerda (bei Dresden) geboren wurde, eine kaufmännische Laufbahn einschlug und später Theaterstücke schrieb. Bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs hielt er sich in London auf, und wurde – da deutscher Staatsbürger – als Kriegsgefangener auf der Isle of Man interniert. Nach eigenen Angaben wurde ihm dort seine Berufung bewußt, nämlich der Menschheit neues Schöpfungswissen zu übermitteln.
Unter dem Pseudonym Abd-ru-shin (Diener des Lichts) begann er später Vorträge zu veröffentlichen, die in den sogenannten „Gralsblättern“ abgedruckt wurden. 1928 siedelte er nach Tirol um, wo sich bis heute auf dem Vomperberg, in der Nähe von Innsbruck, die „Gralssiedlung“ befindet.  
Da Oskar Ernst Bernhardt nicht nur Visionär im Bereich der spirituellen Weiterentwicklung der Welt war, sondern auch das Gegenwartsgeschehen seiner Zeit klar im Blick hatte, wurde er nach dem Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich zum Staatsfeind erklärt. Hatte er doch in diversen „seherischen“ Schriften den Aufstieg und den Fall des „Dritten Reiches“ auf den Tag genau vorausgesagt.       
1938 wurde er deshalb verhaftet und aus Tirol „abgeschoben“. Unter beständiger Gestapobewachung ging er mit seiner Familie nach Görlitz in Schlesien, später nach Kipsdorf im Erzgebirge. Dort starb er mit 66 Jahren am 6. Dezember 1941, und sein Körper wurde am 11. Dezember in Bischofswerda beigesetzt. 1949 wurde der Sarg in Bischofswerda exhumiert und zum Vomperberg überführt, wo er in einem pyramidenförmigen Grabmal beigesetzt wurde.

Die Gralsbotschaft

Inzwischen ist die Gralsbotschaft in 17 Sprachen übersetzt und weltweit erhältlich. Da sich schon zu Lebzeiten Oskar Ernst Bernhardts viele Menschen von seiner Botschaft angezogen fühlten, entstanden immer wieder Gemeinschaften, in denen man sich zum Gedankenaustausch und zur Vertiefung des Gralswissens zusammenfand – sogenannte „Gralsbewegungen“.
Während Oskar Ernst Bernhardt das Zusammenkommen zur „gemeinsamen Gottverehrung“ guthieß, lehnte er jede Form sektiererischen Denkens ab. In seinem Buch „Fragenbeantwortungen“ äußert er sich dazu mit den Worten: „Ein ernsthaft Suchender wird nicht Vereinigungen suchen, sich keinen Sekten anschließen und auch nicht das Bedürfnis zu Zusammenschlüssen haben. Er verarbeitet alles in sich allein, da ihm ein anderer dabei nicht zu helfen vermag. Nur so wird es in ihm lebendig und sein Eigentum, das er mit anderen nicht teilen kann.“
Ziel Oskar Ernst Bernhardts  war es, den Leser dem wahren Leben näherzubringen, ihm wertvolle Impulse für die Entwicklung seiner Persönlichkeit zu bieten und ihn auf einen Erkenntnisweg zu führen, der auch die Gotterkenntnis mit einschließt. Unabhängig von der individuellen religiösen Gesinnung oder der konfessionellen Zugehörigkeit. Die „Botschaft“ richtet sich ausschließlich an den Einzelmenschen.
Um ein Gefühl für die Sprache Oskar Ernst Bernhardts zu bekommen, hier ein Auszug aus dem Vorwort der Gralsbotschaft: „Die Binde fällt und Glaube wird zur Überzeugung. Nur in der Überzeugung liegt Befreiung und Erlösung! Ich spreche nur zu denen, welche ernsthaft suchen. Sie müssen fähig und gewillt sein, sachlich dieses Sachliche zu prüfen! Religiöse Fanatiker und haltlose Schwärmer mögen ferne davon bleiben; denn sie sind der Wahrheit schädlich. Böswillige aber und die Unsachlichen sollen in den Worten selbst ihr Urteil finden.
Die Botschaft wird nur solche treffen, die noch einen Funken Wahrheit in sich tragen und die Sehnsucht, wirklich Mensch zu sein. Allen denen wird sie auch zur Leuchte und zum Stab. Ohne Umwege führt sie heraus aus dem Chaos jetziger Verwirrung …“
Sind Sie ein ernsthafter Sucher? Tragen Sie die Sehnsucht in sich, wirklich Mensch zu sein? Dann finden Sie in der Gralsbotschaft einen unschätzbaren Quell an Weisheit und geistigem Wissen. Und vielleicht finden Sie beim Lesen heraus, wer dieser Oskar Ernst Bernhardt alias Abd-ru-shin wirklich war. Denn wie um den legendären König Artus in der Gralslegende rankt sich auch um ihn ein großes Mysterium.


Autor: Michael Hoppe

 

Diese Seite weiterempfehlen

1359

Bisher in Ihrem Namen gepflanzte Bäume!
Das regionale
ÖKO-BRANCHENBUCH

Aktuelles

ÖKOZID – Das Monsanto Tribunal von Den Haag

3. Dezember 2017

BIOPHILIA – Über die Heilkraft des Waldes

11. Oktober 2017

FILMPROJEKT „Der marktgerechte Mensch“ - MACRONS NEOLIBERALER STAATSSTREICH

7. Juni 2017

DAS LEBEN IST VIEL ZU KURZ FÜR EIN LANGES GESICHT – Interview mit der Biathlon-Weltmeisterin Simone Hye-Soon Hauswald

5. März 2017

NICHTS IM LEBEN IST UNPOLITISCH - Interview mit dem Punkrocker Lars Besa

5. März 2017