DIE WAHRHEIT UND IHR PREIS – Interview mit der Journalistin, Autorin und ehemaligen ARD-Moderatorin Eva Herman

3. Dezember 2017

Lange Zeit war Eva Herman Teil des Systems. Sie moderierte Talkshows und präsentierte jeden Abend einem Millionenpublikum die „Tagesschau“. Mehrmals wurde sie zur beliebtesten Moderatorin Deutschlands gewählt. Bis sie es wagte, Gedanken zu veröffentlichen, die nicht dem aktuellen „Mainstream“ entsprachen. Es begann eine regelrechte Hexenjagd, die darin gipfelte, daß sie 2007 ihren Job verlor. Heute lebt Eva Herman in Kanada und schreibt medienkritische Bücher. 

 

 

 

Liebe Eva Herman, Sie haben ja gerade den zehnten Jahrestag Ihres Abschieds von den Öffentlich-Rechtlichen „gefeiert“. Aufgrund von persönlichen Meinungsäußerungen, die nicht dem medialen Konsens entsprachen, wurde Ihnen seinerzeit fristlos gekündigt. Können Sie nochmal in Kurzform erzählen, was man Ihnen vorwarf.

Eva Herman: Offenbar war ich damals der Präzedenzfall, der heute stellvertretend für zahllose Schicksale in Deutschland steht: Wenn du deine Meinung äußerst darüber, daß etwas schiefläuft im Land, dann zieht man dir kurzerhand die „Nazi-Keule“ über.

Wäre der Fall Eva Herman heute, also zehn Jahre später passiert, hätten wahrscheinlich nicht so viele Bürger den Falschberichten der Massenmedien Glauben geschenkt, sondern diese schneller als üble Propaganda entlarvt.
Mein Vergehen damals war, daß ich auf die Gefahren der frühkindlichen Fremdbetreuung in Krippen und Kitas aufmerksam machte. Man wollte hier ein „Nazi-Lob“ erkannt haben, was einfach lächerlich war. Zumal ich als ausgewiesene Gegnerin der Hitlerschen Politik deutlich Stellung bezogen hatte, vor allem auch in meinen Büchern.


Wie kam es, daß Sie sich so stark für das Thema Familie und Kindererziehung interessiert haben? Und warum wurden Ihre Vorstellungen so konsequent abgelehnt?

Eva Herman:
Die Politik der frühkindlichen Fremdbetreuung ist seit Langem schon ein politisches Kontrollinstrument, und zwar sowohl der Sozialisten als auch der Nazis. Wer die kleinen Kinder unter drei Jahren aus den Familien herausreißt, sie also von der Mutter trennt, die naturgemäß eng zu dem Kleinkind gehört, der richtet einen enormen Schaden an.

Wenn er dies nun zu einer politischen Ideologie erhebt, so zwingt er die Menschen in diese unwiederbringlich schädigende und irreparable Lebenssituation: Er verändert die Mentalität eines ganzen Landes. Dies begann ganz systematisch Anfang 2000 in Deutschland, nachdem erst die SPD-Familienministerin Renate Schmidt und darauf die CDU-Nachfolgerin Ursula von der Leyen die Krippenbetreuung als politisches Programm in die Agenda aufnahmen.

Mir war damals klar, daß dies gegen die Schöpfungsgesetze verstieß, und zwar flächendeckend. Die Frauen wurden gezwungen, schon ihre Babys in fremde Hände zu geben, da sie Geld verdienen gehen mußten. Vom Staat gab es nur finanzielle Unterstützung für den, der sein Kind nicht zuhause behielt. Gleichzeitig wurden die Mütter, die dennoch daheim blieben, systematisch gesellschaftlich diskriminiert und abgewertet.

Ich hatte jahrelang Fakten zusammengetragen, hatte mit internationalen Bindungs- und Hirnforschern zusammengearbeitet. Mir war klar, daß es den Untergang unseres Landes bedeuten würde, nicht nur seelisch, sondern auch demografisch gesehen. Denn wer als Mutter nur abgewertet wird, gesellschaftlich und wirtschaftlich, wird nur noch ungern Kinder zur Welt bringen. Es ist der Anfang vom Ende. Damals wußte ich noch nicht, daß der Feminismus, der ja all diese Entwicklungen einleitete, ein Global-Programm ist, mit dem diese Welt dramatisch verändert wird. Offenbar war ich als bekannte Nachrichtenfrau der ARD ein größeres Problem für das System, als ich es damals gedacht hätte.


Gibt es tatsächlich einen „geheimen“ Konsens, was man im Fernsehen sagen darf und was nicht? Und wie werden die Protagonisten ausgewählt? Sie waren ja auch einige Jahre dabei
.

Eva Herman:
Was heißt schon „geheimer Konsens“? Nein, da ist nichts geheim, sondern alles wird ganz offen praktiziert. Wer als Mitglied des Medienkartells etwas politisch Unkorrektes äußert, der wird ein-, zweimal verwarnt. Dann hat er die Chance, den Mund zu halten und widerspruchslos weiter mitzulaufen. Oder aber er sagt: „Hier mache ich nicht mehr mit.“ Dann ist er ganz schnell draußen.

So war es damals mit mir. All die bekannten Fernsehgesichter, die man so kennt, sind da offenbar etwas vorsichtiger. Auch wenn manche wissen dürften, daß sie etwas Falsches verkünden, so machen sie doch weiter, weil sie sonst, schlicht und einfach, um ihre wirtschaftliche und auch gesellschaftliche Existenz gebracht werden.


Im Fernsehen wird uns bekanntermaßen Realität vorgespielt. Doch nicht etwa nur in Spielfilmen oder bei inszenierten „Reality-TV-Sendungen“. Vor der Bundestagswahl im September wurde bekannt, daß auch die Wahlsendungen der Kanzlerin fingiert waren. Die „zufälligen“ Fragen aus dem Studiopublikum waren alle vorher abgesprochen, die Zuschauer speziell ausgewählt, und die Moderatoren waren mit im Boot. Ist das der Normalzustand? Und wer legt eine solche Inszenierung fest?

Eva Herman:
Ja, das ist normal. In aller Regel wird so etwas vorher festgelegt und abgesprochen. Selbst die „zufällig“ befragten Studiogäste wissen allermeist Bescheid. Das kann ich sogar verstehen, damit unliebsame Überraschungen von vorneherein vermieden werden.

Wenn man das alles als Fernsehzuschauer zuhause durchschaut, dann nimmt man das ganze Theater nicht mehr so ernst. Und das ist auch gut so. Die Enthüllungen über diese Arbeitsweise beim Fernsehen sorgen nun allerdings auch dafür, daß das Vertrauen der Zuschauer schwindet - ein ganz schlüssiger Prozeß. Die Öffentlich-Rechtlichen wie auch alle anderen Mainstream-Medien sind bereits auf dem Weg in die Bedeutungslosigkeit, sie werden nicht mehr lange existieren. Ein richtiger Vorgang, der sein muß, damit das Falsche endlich stürzt.


Aber auch das Internet ist keine verläßliche Quelle. Auch dort herrscht ein wilder Mischmasch aus Fantasie und Wirklichkeit. Jeder kommentiert alles, und es wimmelt von Verschwörungstheorien. Wo erhalten wir qualitativ wertvolle und wahre Informationen?

Eva Herman:
Da gibt es kein fertiges Konzept. Jeder muß selbst rege werden und sich auf die Suche begeben. Wir Menschen haben verlernt, unsere Empfindung zu bemühen bei der Einschätzung darüber, was richtig und was falsch ist. Ich meine das Bauchgefühl, welches uns verläßlich sagen könnte, wie wir zu entscheiden haben. Doch muß man dies wollen, und wissen, und es ist ein ganz schöner Prozeß, bis der Mensch wieder gelernt hat, auf seine innere Stimme zu hören. Aber wer diesen Weg einschlägt und weitergeht, der hat gute Chancen, den richtigen Weg, sogar die Wahrheit, zu finden.


Wenn Sie zurückblicken, was Sie selbst durch das Einstehen für Ihre persönliche Meinung verloren haben, bereuen Sie dann Ihr Verhalten? Oder würde Sie wieder so handeln?


Eva Herman:
Ich würde heute genau so wieder handeln. Eventuell würde ich mich um etwas mehr Diplomatie bemühen, da sich die Gemüter dann wohl nicht ganz so schnell erhitzt hätten. Aber letztendlich wäre es auf Dasselbe herausgekommen: Man hätte mich aus dem Mainstream-System entfernt.
Ich kann heute ohne Probleme in den Spiegel schauen, weil ich keine Zuschauer oder Leser anlüge. Sondern ich stehe klar hinter jedem Wort, welches ich veröffentliche und für richtig halte. Heute bin ich reicher denn je zuvor.


Wer sich für die Wahrheit hinter den Dingen einsetzt, hat es bekanntlich nicht leicht. Ein Mann wie Edward Snowden zum Beispiel, der sich in den Dienst der Menschheit gestellt hat und dafür in ständiger Gefahr lebt, liquidiert zu werden, bekommt für seine lebensgefährliche Aufklärungsarbeit nicht etwa den Friedensnobelpreis, sondern er wird von allen europäischen Regierungen gemieden. Woran liegt das? Ist uns die Wahrheit so wenig wert?

Eva Herman:
Wir leben in einer traurigen, gleichzeitig jedoch auch hochinteressanten Zeit. Nichts läuft mehr richtig, in keinem Bereich. Unsere Welt steht vor dem totalen Zusammenbruch: Das globale Geld-und Finanzsystem, welches ausschließlich auf Wachstum ausgerichtet ist, läßt den Erdball kollabieren. Es geht längst nicht mehr um das Wohl der Menschen, sondern nur noch um Geld und Macht, um Kontrolle und Manipulation. In dieser Welt hat die Wahrheit keinen Platz mehr, sie ist gefallen. Und sie hat die Freiheit mitgerissen, wie es der US-Journalist Paul Craig Roberts so richtig sagte.


In Ihrem Buch WELTENWENDE erklären Sie, daß es im Leben Wichtigeres gibt als Mammon,  Wachstumsraten und Zuschauerquoten. Der wahre Sinn des Lebens ist die spirituelle Weiterentwicklung jedes Einzelnen und der gesamten Menschheit. Daher an Sie die drei essentiellen Menschheitsfragen: Wo kommen wir her? Wo stehen wir im Moment? Und wo müssen wir hin?


Eva Herman:
Es ist unter anderem den Machtinteressen von Kirchenfürsten und Politikern geschuldet, daß ein großer Teil der Menschheit seit zig hundert Jahren der falschen Annahme hinterherläuft, mit dem irdischen Tod sei das Leben einfürallemal beendet. Das ist ein gefährlicher Trugschluß. Zum Glück werden es immer mehr Menschen, die sich selbst auf die Suche nach Antworten begeben, die sie von den Machthabern freiwillig niemals bekämen.

Denn es ist doch eins völlig klar: Wer darüber Bescheid weiß, daß es nach dem irdischen Ableben weitergeht, daß die Seele sich vom stofflichen Körper trennt und in jenseitigen Ebenen sich weiterzuentwickeln hat, bis sie wieder hier eintaucht in ein neues Erdengewand, der entwickelt ein völlig anderes Verantwortungsgefühl als derjenige, der davon ausgeht, nach dem Tod ist Ende im Gelände. Das aber gefällt denjenigen nicht, welche Kontrolle über die Menschen ausüben wollen.

Ich habe kürzlich, gemeinsam mit Andreas Popp, ein Buch über das so wichtige Thema veröffentlicht: „Tabubruch – Laßt uns einfach mal über den Tod sprechen.“ Hierin schildern wir die eigentlich ganz einfachen Zusammenhänge vom Leben und Sterben.
Also, um auf Ihre Fragen zu antworten: Jeder von uns dürfte schon einige Erdenwanderungen hinter sich haben. Jeder hat schon viele Male geliebt, getrauert, beerdigt und geheiratet, hat Schicksalsschläge ertragen und bewältigt, hat geweint und gelacht, und ist eben auch schon viele Male geboren und gestorben.

Wir alle haben eine lange Reise hinter uns, auf der wir einzig und alleine lernen sollten, gut zu werden, also das Gute zu finden und zu leben. Damit ist nicht Luxus und Wohlstand gemeint, sondern Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Verantwortung, Reinheit und Liebe, also wahre Liebe. Diese zu erläutern, braucht es Platz und Zeit. Nur so viel: Wir Menschen heute haben meist ein falsches Verständnis für die Liebe, da sie in vielen Fällen unbewußt gleichgesetzt wird mit Eigenliebe.

Wo aber finden wir das Gute? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: In den Schöpfungsgesetzen. Schauen wir uns doch um: Wir Menschen zerstören systematisch die schöne Welt, und doch gibt es immer wieder die Geschenke der Natur. Dies geschieht nicht, weil der liebe Gott uns alle so lieb hat und uns so toll findet – das ist bei dem, was die Menschen „verzapfen“, schlicht unmöglich. Nein, die Natur ist das einzige, was jetzt noch funktioniert. Denn Pflanzen, Tiere, Vögel, Landschaften werden durch die Schöpfungsgesetze allein erhalten. Auch wenn der Mensch hier immer drastischer einzugreifen sucht.

Nehmen wir das Beispiel der Mutter-Kind-Bindung noch einmal: Jede Tiermutter wird in dem von der Natur vorgesehenen Zeitraum sein Junges mit Zähnen und Klauen verteidigen, jeder, der die Hände danach ausstreckt, wird sofort heftig angegriffen. Bei uns Menschen ist dieser Instinkt einem lebensvernichtenden Parteiprogramm gewichen.

Meine Mutter sagte früher immer: Kind, wenn du wissen willst, wo die Wahrheit liegt, dann versuche herauszufinden, was der liebe Gott für uns vorgesehen hat. Und dann handle danach.


Das klingt logisch. Doch wie findet man die Wahrheit in einer Welt, in der die Lüge zur Normalität geworden ist?

Eva Herman:
Man muß lernen, sich wieder auf die innere Stimme zu verlassen. Mein Buchtipp für alle, die sich ernsthaft für die Wahrheit interessieren: „Im Lichte der Wahrheit“. Wer dieses Buch gelesen hat, der versteht, was ich meine.


Liebe Eva Herman, ganz herzlichen Dank für dieses sehr persönliche Gespräch.



Das Interview führte Michael Hoppe

 

 

 

 

 

 

 

 

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