Das Zeitalter der Solarmobile hat begonnen

11. März 2013

Alle Welt schimpft derzeit auf die Kosten der Energiewende, die den Strompreis angeblich in unkontrollierbare Höhen treiben. Besonders die Großanzeigen-abhängigen Medien tun sich hierbei mit pseudosozialem Gehabe und einer Verteufelungskampagne gegen die Regenerative Stromerzeugung und Nutzung hervor. Die Energiewende sei sozial ungerecht, bevorzuge wenige auf Kosten der Allgemeinheit, usw. usw. Doch wie verhält es sich wirklich?

Wenn man das so liest und die Aussagen von manchen Aufsichtsrats-Häppchen–gemästeten Politikern dazu hört, gewinnt man leicht den Eindruck, die erneuerbaren Energien und mit ihr die Elektromobilität seien ein netter Versuch von ein paar Öko-Spinnern gewesen; nichts als ein schöner Traum, der in den Bereich der Utopie gehört. Und darum kehren wir alle wieder reumütig zurück in den Schoß der guten alten Großkonzerne mit ihren pyro-fossilen Techniken der veralteten Energieerzeugung.
Die Einspeisevergütung, die im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) als Umlageprinzip festgelegt ist, soll laut Umweltminister Altmaier komplett gekippt werden. Das Verhalten der derzeitigen Politik liest sich dabei wie eine billige Seifenoper.

Was bisher geschah:
Durch eine  Politik von unverhältnismäßigen und unvorhersehbaren Beschneidungsorgien an der Einspeisevergütung, vor allem an den Kleinanlagen, hat man erfolgreich die unerwünschten „kleinen Leute“ vom Trog verdrängt. Riesige Anlagen von Großinvestoren und Energieerzeugern auf billigem Ackerland bleiben ja immer noch rentierlich. Die bisher führenden deutschen Solarmodul Hersteller konnten bei dem unberechenbaren politischen Hin und Her nicht mehr vernünftig planen. Sie waren ohnehin gegenüber den chinesischen Modulherstellern chancenlos, da diese von ihren Staatsbanken massiv gestützt werden. So sind viele deutsche Firmen im PV Bereich auf der Strecke geblieben. Meist konnten sich dann chinesische Firmen die Rosinen aus der Insolvenzmasse herauspicken. Wenn man bedenkt, daß diese deutschen Firmen kurz davor waren, auch Aufsichtsratsposten mit Sekt und Häppchen anbieten zu können, haben die zuständigen Politiker sich vielleicht in den eigenen Bauch geschnitten.

Was geschieht in dieser Folge:
Altmaier, Rösler und Merkel wollen das EEG endgültig über die Klippe schieben. Dafür versprechen sie Off-Shore-Windparks mit neu zu bauenden Stromautobahnen. Man weiß natürlich ganz genau, daß die nicht so schnell geplant, gebaut und schon gar nicht hergestellt werden können. Also hat man wieder ein paar fette Jahre für die alten Energieversorger herausgeholt.
Was soll in Zukunft passieren? Nichts! Aber was wird tatsächlich in Zukunft passieren? Unser alter Freund Franz Alt hat es durchschaut und meint: Es wird einen neuen Anfang mit solarer Energienutzung geben! Und er hat Recht! Das de facto von der Regierung begrabene EEG hat nämlich zurückgeschlagen. Es hatte rechtzeitig vorgesorgt und ein schlaues Testament gemacht.

Im Jahre 2013 ist nun Testamentseröffnung und was sagt uns der Notar: Das EEG - Friede seiner Asche – hat im Laufe seines irdischen Daseins sehr erfolgreich gewirtschaftet. Es hat dafür gesorgt, daß der Preis für die Erzeugung von PV-Strom von ursprünglich mal 1,-€/kWh auf mittlerweile 0,17 €/kWh gesunken ist. Tendenz weiter fallend. Es hat tausenden von Menschen Arbeit gebracht, mittlerweile der Erde und unseren Kindern abertausende von Tonnen CO2 erspart.

Doch das eigentliche Haupterbe, das uns das EEG hinterlassen hat, und was wirklich dauerhaft bleibt, sind die niedrigen Erzeugungspreise für Strom von der Sonne. Und die kann uns niemand mehr nehmen. Es hat uns ein Erbe hinterlassen, mit dem selbst die Optimisten nicht gerechnet hatten. Und mit nur ganz wenig politischem Geschick hätten das die vielen deutschen Solarpionier-Firmen alle noch erleben dürfen. An dieser Stelle sei ihnen und ihrem Enthusiasmus wirklich einmal von Herzen gedankt und ehrend gedacht.

Das Erbe vom EEG und den Pionieren

Eine Kilowattstunde Photovoltaikstrom kostet uns heute gerade noch netto 17 Cent. Wenn wir eine Kilowattstunde bei einem Öko-Stromanbieter (wo sonst) kaufen, sind wir bei netto 25 Cent. Klar steht der Sonnenstrom nicht kontinuierlich zur Verfügung. Dafür kann ich aber die ersparten 8 Cent einsetzen. Für 8 Cent pro Kilowattstunde kann ich heute fast schon auskömmlich Strom speichern. Wie gesagt, Tendenz bei den Modulpreisen fallend und bei den Strombezugskosten steigend, - also kann ich bald für 10, 12 oder 20 Cent/kWh Energie speichern. Außerdem werden durch bessere und intelligentere Speicherlösungen die Preise ebenfalls sinken. Die Ingenieure machen sich ja gerade erst auf die Socken die jahrzehntelang dahindümpelnde Batterieentwicklung wieder anzufahren.

Das heißt, ich kann mir meinen Strom zukünftig selbst erzeugen, speichern und mit gutem Gewissen nutzen. Was sind das für sonnige Aussichten! Und dabei will uns die pyro-fossile Lobby immer noch weißmachen, daß alles vorbei und verloren sei. Das EEG ist tot, es geht alles wieder zurück auf Anfang. Alles zurück, zu Braunkohle, Steinkohle und Atomkraft. Das hätten sie wohl gerne. Leider lassen sich viele ökologisch denkende Leute von dieser Propaganda beeinflussen und nehmen es wegen der ständigen Widerholung als wahr an. Daher ist es gut, daß wir es in diesem Medium einmal so veröffentlichen dürfen, wie es wirklich ist.

Das Gegenteil von Weltuntergang und Panik ist nämlich der Fall:

Mit der Kombination aus Sonne und Elektromobilität geht es gerade jetzt erst richtig los!

-       Ich kann so günstig ökologisch erzeugten Strom selbst herstellen, wie noch nie in der Geschichte der Menschheit.

-       Ich kann ihn mit Hilfe von angepaßtem Verhalten und einfachen Zeitschaltuhren tagsüber selbst nutzen und mit immer günstiger werdenden Speichern selbst einlagern.

-       Ich kann ihn in jetzt schon verfügbaren Elektroleichtfahrzeugen speichern und für meine Mobilität selbst einsetzen.

Das hört sich noch an wie ein Märchen und ist doch schon jetzt oft wirtschaftlich darstellbar. Besonders in Kombination mit den Elektroleichtfahrzeugen eröffnen sich ganz neue Möglichkeiten. Wenn ich bedenke, daß ca. 1/3 unserer verbrauchten Energie für unsere Mobilität benötigt wird, ist klar, wieviel man hier einsparen kann. Doch dies bedarf auch noch einer anderen Art von Mobilität, nämlich der geistigen.

Der Erfolg der umweltfreundlichen Mobilität wird hauptsächlich mit dem Grad der Flexibilität unseres Gehirns entschieden.

Bisher ist es so: Ich will von A nach B, also steige in mein Auto und fahre los. Andere Fahrmöglichkeiten sind gar nicht im Focus. An der Tankstelle ärgere ich mich über die Psychospielchen, die die Ölmafia mit mir treibt. Die Preise richten sich doch nur noch nach der Fragestellung: Wann merkt die Kuh am wenigsten, daß sie gerade gemolken wird? 

Zukünftig kann das anders aussehen: Zuerst erstelle ich mir mein persönliches Mobilitätsprofil: wo muß ich überall hin? Aus diesem entwickle ich mir mit Hilfe der verschiedenen Mobilitätsträger (z.B.: Füße, Fahrrad, E-Bike, E-Roller, E-Leichtfahrzeug, Öffentliche, Car-Sharing, Mietauto, eigenes Auto) mein eigenes Mobilitätskonzept. Dazulege benötige ich meinen Bus-, oder Zugfahrplan. Ich überlege mir, was ich alles zu Fuß erledigen kann. Repariere mal endlich mein altes Fahrrad, damit ich nicht immer die dumme Ausrede habe, es sei kaputt. Wenn ich mir ein neues kaufe, prüfe ich, ob es nicht mehr Nutzungsmöglichkeiten geben könnte, wenn es ein Pedelec oder ein E-Bike wäre. Für die private Nutzung des Fahrrades ist das Doping in Form eines elektrischen Zusatzantriebs nämlich total legal.
Im Nahbereich kann ich auch meinen alten 2-Takt Roller mit einem Verbrauch von 3-4 Litern Gemisch auf 100km durch einen modernen Elektroroller ersetzen. Dieser kommt mit einem  Energieäquivalent mit ca. 0,3 bis 0,5 Litern auf 100 km aus. Das entspricht einem Wirkungsgrad von ca. 90% der eingesetzten Energie. Ein 2-Takter setzt oft gerade mal ca. 7% der Benzin-Energie in Fahrenergie um. Der große Rest geht „cooler“-weise ungenutzt als Abgase, Abwärme und Lärm in die Umwelt. Man riecht und hört es auch sehr deutlich, wenn man mal die Ehre hat, hinter einem solchen fahrbaren Lagerfeuer herzufahren. Aber nicht zu früh gefreut, lieber ADAC, ein Benzinauto kommt im realen Betrieb auch nicht über schlappe 22% hinaus. Ich weiß, die Autoindustrie redet lieber von CO2-Werten, die hören sich einfach viel relativer an als so ein schlechter Wirkungsgrad. Den Wirkungsgrad kann sich schließlich jeder vorstellen, das wäre zu banal.

Wenn ich noch berücksichtige, daß laut Statistik 80% der Fahrten unter 50 km und mit maximal 2 Personen erfolgen, und ich weiß, daß ein Benziner oder Diesel erst ab 8 oder 10 km richtig geschmiert wird, daß der Katalysator noch nicht funktioniert und auf den Kurzstrecken einfach alles auf  erhöhten Verschleiß hinausläuft, merke ich, daß ich eigentlich meistens mit dem falschen Fahrzeug unterwegs bin.

Für die Kurzstrecken wäre eigentlich ein leichtes Elektrofahrzeug richtig. Das hat dann einen  Wirkungsgrad von ca. 85-90%, verbraucht ca. 10-20 kWh/100km oder umgerechnet 1-2 Liter/100 km, und das noch leise und abgasfrei, und benötigt keine Warmlaufphase. Aha, da haben wir den Übeltäter, warum es so wenige Elektrofahrzeuge gibt: Sie haben keinen Auspuff, keine Schaltung, wenig Verschleißteile, keine Kupplung, keine Zündkerze, keine… na zündet es???

Die Umweltfreundlichkeit der Elektrofahrzeuge ist natürlich nur mit Strom aus Regenerativer Erzeugung gegeben. Dann wird das Elektroleichtfahrzeug zum Solarmobil.

Und da schließt sich unser Kreis:

Strom, mit günstigen PV-Anlagen direkt zuhause erzeugt, vornehmlich im Haushalt direkt gebraucht, zwischengespeichert, oder im Elektroleichtfahrzeug gespeichert und für die persönliche Mobilität eingesetzt. Das macht Sinn. Und genau da stehen wir schon heute. Da sind wir im Frühjahr 2013 schon angekommen. Das kann jetzt jeder. Es ist alles bereit, lassen sie sich überraschen.

Herzlich Willkommen im post-pyro-fossilen Zeitalter! Steigen sie aus aus den Vorurteilen, steigen sie ein ins neue Zeitalter der Solarfahrzeuge. Öhringen, den 17.02.2013 - Solarmobilzeitrechnung Jahr 1.

 

Autor - Dieter Volkert, Dipl.-Ing. (FH)

Geschäftsführer Jukatan Umwelttechnik
und EVT GmbH

Diese Seite weiterempfehlen

1331

Bisher in Ihrem Namen gepflanzte Bäume!
Das regionale
ÖKO-BRANCHENBUCH

Aktuelles

HANF - PRODUKTE

4. Dezember 2018

HANF - HEILPFLANZE DES JAHRES 2019

4. Dezember 2018

STOPPT DEN PLASTIKMÜLL

4. Oktober 2018

DIE KNAPPE RESSOURCE SAND - Warum es 2100 keine Strände mehr geben wird

3. September 2018

OM² - EINE MAGISCHE MINUTE – Das Praxisbuch!

13. Juli 2018