Das Filmprojekt „Der Marktgerechte Mensch“ - Verlogen und brutal

22. Februar 2017

Bei den gegenwärtigen Verhandlungen über neue Kredite für Griechenland kommt in den veröffentlichten Nachrichten nirgendwo zur Sprache, worum es dort wirklich geht.

Überall im Land gibt es keine Tarifverträge mehr, außer beim staatlichen Energieversorger. Ansonsten muss jeder Arbeitssuchende sein Gehalt individuell mit dem Unternehmer verhandeln - bei einer offiziellen Arbeitslosigkeit von 26% (bei der Jugend mit 44%) ist das in der Regel ein reines Diktat. Jetzt fordern Schäuble und der IWF als Bedingung weiterer Kredite die Fortsetzung der Rentenkürzungen und die ultimative Privatisierung des Energieversorgers. So verschwinden auch dort die Tarifverträge. Und höhere Strom- und Gaspreise vertiefen die Armut in dem ausgepressten Land.

 

Verlogen und brutal

Warum erwähnt hierzulande niemand, wie das einst hoch verschuldete Griechenland in die Falle der unbezahlbaren Staatsschulden geriet: Der Film „Wer Rettet Wen?“ zeigt, dass dem Land allein mit dem Rettungspaket vom März 2012  Kredite über 250 Mrd. € aufgezwungen wurden, die fast ausschließlich zur Rettung der größten Banken Europas und der Welt dienten.

Hätte man Griechenland nicht zu dieser Bankenrettung gezwungen, lägen die griechischen Staatsschulden heute rein rechnerisch bei ca. 72% des BIP – etwa wie in Deutschland! Aber durch das aufgezwungene Bankenrettungspaket kann das kleine EU-Land als Kolonie behandelt werden. Alle neoliberalen Experimente, die sich ein Schäuble und der IWF ansonsten nur erträumen, werden hier praktiziert.

Der Wahn tobt durch die Welt

Der „optimal“ deregulierte Arbeitsmarkt Griechenlands scheint jetzt zum Vorbild der Welt zu werden. Trumps designierter Arbeitsminister Andrew Puzderpolemisiert als millionenschwerer Chef von Fast-Food-Ketten stets gegen Mindestlohn und jegliche Regulierung des Arbeitsmarkts. Jetzt musste er zwar wegen der illegalen Beschäftigung einer Migrantin zurücktreten. Aber nicht wegen seiner politischen Haltung.

Sein Nachfolger wird kaum anderes verfolgen. Schon hat Trump ein anderes Deregulierungsvorhaben angekündigt. Er will das Frank-Dodd-Gesetz aufheben, den Versuch der USA, die nochmalige Rettung von Großbanken mit Steuergeldern zu verhindern. Die keinesfalls wirtschaftsfeindliche FAZ meint dazu: „Nun besteht die Möglichkeit, dass Banken, die größer sind als je zuvor, so frei schalten und walten können wie lange nicht mehr. Und für Notfälle haben sie noch Freunde im Weißen Haus. Es kann einem Angst und Bange werden.“
Regulierungen sind Einschränkungen und Verpflichtungen für Großkonzerne gegenüber der Gesellschaft. Wer sie davon befreit, wird Elend und Verzweiflung verbreiten.
 
„Aber uns in Deutschland geht es gut“
 
Als erste im Euroraum hat die rot-grüne Regierung Gerhard Schröders mit der Deregulierung begonnen. Die Liberalisierung des Arbeitsmarkts hat die heutige Welt von wiederholt befristeter Arbeit, Aufstocker, Werkverträge, Leiharbeit, und Minijobs möglich gemacht. Die dadurch gesenkten Lohnkosten haben der deutschen Exportindustrie große Vorteile gebracht. Spanien, Frankreich, Portugal und Griechenland konnten mit dem Festhalten an erkämpften Arbeitsrechten, z.B. mit einer 36- bzw. 35-Stunden-Woche, schon bald mit Deutschland nicht mehr mithalten. Aber geht es uns Deutschen deshalb besser als zuvor? Den meisten keineswegs. Das Leben ist vor allem für die Jüngeren stressiger und unsicherer geworden.
Und den anderen in Europa soll es nicht besser ergehen. 2010 richtete die EU das „Europäische Semester“ ein. Damit werden die EU-Staaten verpflichtet, Sozialleistungen zu kürzen und noch günstigere Arbeitskosten für Unternehmen zu schaffen. Verstöße werden bestraft. Das wird in allen 28 EU-Mitgliedsstaaten jährlich kontrolliert. So wurden auch Frankreich und Italien zu Arbeits"reform"gesetzen getrieben, die alle erkämpften Arbeitsrechte aushebeln sollen.

Gegen diese allgemeine Deregulierung müssen wir aufstehen

Die meisten Menschen in Europa haben an sozialer Sicherheit verloren und wurden in einen Konkurrenzkampf geschickt, der zunehmend alle Lebensbereiche umfasst. Diese Entwicklung ist nicht „alternativlos“. Demokratie hat nur eine Chance, wenn Bürger ihre Interessen erkennen. „Der Marktgerechte Mensch“ kann ein Werkzeug dazu sein.

Inzwischen haben knapp 900 BürgerInnen den Film DER MARKTGERECHTE MENSCH“ mit 63.162 € unterstützt! 

Es fehlen jetzt bis zum 1.7.2017 nur noch 46.838 €

Deshalb rufen wir auf: 

Helfen Sie mit, dass dieser Film zustande kommt, der hilft, unsere Solidarität zu stärken, damit wir  nicht in Konkurrenz zueinander versinken, während Reiche immer reicher werden.
·         Verbreiten Sie diesen Rundbrief und den Aufruf über alle Ihre Kanäle (E-Mail-Weiterleitung, Facebook, Twitter, Webseite..)
·         Bestellen Sie den kostenlosen Flyer und legen Sie ihn in Ihrem Viertel aus
·         Mit jeder Spende sind Sie Förderer/in des Filmes. Ab 20 €  erhalten Sie von „Gemeingut in BürgerInnenhand“ eine DVD-Kopie mit der Lizenz zur nichtkommerziellen Vorführung
·         Ab 100 € erhalten die FörderInnen die Auszeichnung Goldförderer/in. Auf Wunsch werden Sie im Abspann namentlich genannt.
·         Ab 1.000 € erhalten die FörderInnen die Auszeichnung Nachhaltigkeitsförderer/in. Sie werden als Ehrengast zur Premiere eingeladen.
 
Zahlungen bitte auf das Konto: Empfänger: Der marktgerechte Mensch, GLS Bank, IBAN: DE49430609672020346200, BIC: GENODEM1GLS oder auch perPayPal 
Ihr „Der marktgerechte Mensch“ - Filmteam
Leslie Franke und Herdolor Lorenz
film@marketable-people.org  | www.der-marktgerechte-mensch.org FACEBOOK

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